Szenenfoto von den Dreharbeiten zu "Wir sterben vor" von AKS


13. Mai, 2006, 20h: Stadtkino Basel
19. Mai, 2006, 18.15h: Filmpodium Zürich
20. Mai, 2006, 18.15h: Filmpodium Zürich
21. Mai, 2006, 18h: Videoex-Festival Züric
22. Mai, 2006, 20h: Videoex-Festival Zürich
25. Mai, 2006, 22h: Videoex-Festival Zürich
6. Juni, 2006, 18h: ESBA Genève
6. Juni, 2006, 19.30h: ESBA Genève
7. Juni, 2006, 21h: Cinéma Spoutnik, Genève
22. Oktober, 2006, 18h Centre Culturel Suisse, Paris
22. November, 2006, 18h Centre Culturel Suisse, Paris

Filmexperimente aus der Schweiz 1962 - 1974

Ab Mitte der 1960er Jahre erlebt die Schweiz ein "Filmwunder", das retrospektiv den Namen "Neuer Schweizer Film" erhält. Die "Helden" jener Geschichte sind bekannt, man erinnert sich gerne an sie. Doch es sind nicht einzelne, die das "Wunder" vollbringen. Vielmehr herrscht ein Klima der Veränderung, das die Filmemacher und Filmemacherinnen ergriffen hat. In der Schweiz und im Ausland finden sich Filme, die als Kur gegen den Alten Schweizer Film dienen. Sowohl die FilmemacherInnen als auch die ProgrammgestalterInnen pflegen das Experiment und überschreiten (Genre-)Grenzen. Es bilden sich Zirkel und Foren, in denen der "progressive Film" zu sehen ist. Aus dem Zürcher Film Forum heraus, das in der zweiten Hälfte der 60er Jahre regelmässig experimentelle Filme zeigt, entsteht der Ciné Circus. Dieser tingelt, die Filmkopien und den 16mm-Projektor im Auto verstaut, während einiger Jahre mit Kurzfilmprogrammen durch die Städte Zürich, Luzern, Basel und Bern und sorgt dafür, dass die Filmbegeisterten sich öfter als nur einmal im Jahr an den Solothurner Filmtagen treffen.

Nach wenigen Jahren aber ist die Sturm-und-Drang-Periode vorbei. Erfolg und Misserfolg haben über Karrieren entschieden. Auch zu dieser Zeit hat es der experimentelle Film schwerer als der Dokumentar- oder gar der Spielfilm. Viele der ehemals mit kleinen Formen beschäftigten FilmemacherInnen beginnen, sich mit grösseren Produktionen im Kino zu etablieren oder gehen zum Fernsehen und in die Werbung. Die meisten aber, die in der grauen Zone zwischen kinotauglichem Filmemachen und künstlerischem Ausdruck arbeiten, legen die Kamera für immer beiseite und ihre Filme zu Hause in den Keller.

40 Jahre später hat reservoir über 30 dieser fast in Vergessenheit geratenen Schweizer FilmemacherInnen aufgespürt und sie gebeten, ihre Filme aus den Schränken zu holen. Von über 200 haben wir 23 ausgewählt, darunter Werke, deren einzige verbliebene Kopie für die Vorführungen auf Video überspielt werden musste.

Die nun wieder zu entdeckenden Programme lassen das Klima des Aufbruchs der 60er Jahre für einige Abende aufleben und bieten die Gelegenheit, FilmemacherInnen, die am Anfang des Neuen Schweizer Films standen, persönlich kennen zu lernen.

Zwischen 13. Mai und 7. Juni werden in Basel, Zürich und Genf leicht voneinander abweichende Programme gezeigt. Im Herbst 2006 folgen Programme in Bern und weiteren Schweizer Städten. Bei den Vorführungen werden die FilmemacherInnen anwesend sein. Im Anschluss findet jeweils eine Diskussion statt.


Szenenfoto von den Dreharbeiten zu "Lydia" von Reto Andrea Savoldelli

Beteiligte FilmemacherInnen:
Renzo Schraner; Sebastian C. Schroeder; HHK Schoenherr; Dieter Meier; Fredi Murer; Robert Schär; Georg Radanowicz; Gorgon Haas; Werner v. Mutzenbecher; Guido & Eva Haas; Kurt Kühn; Hans-Jakob Siber; Reto Andrea Savoldelli; Isa Hesse; Clemens Klopfenstein/Urs Aebersold/Philipp Schaad; Hannes Bossert; René Bauermeister/Charles-André Voser, Alexander Seiler/June Kovac/Rob Gnant

Zu den Wiederaufführungen der Filmexperimente wird in Zürich am Videoex-Festival (18.-28. Mai 2006, Programm auf www.videoex.ch) ein Workshop mit Jürg Hassler stattfinden, der 1991 mit Les Débordants einen Film über die experimentelle Filmszene der Schweiz gedreht hat. Seit mehreren Jahren arbeitet er an einem Nachfolgeprojekt, aus welchem er einige Szenen zeigen wird.


Pressereaktionen
Ein Kino der Poeten und Puristen, nzz vom 19. Mai 2006
Das war die Schweiz, Weltwoche 19/06